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Pflegende Angehörige brauchen dringend mehr Unterstützung vom Land

Zur heutigen Anhörung von pflegenden Angehörigen im Sozialausschuss des Landtags sagt Nicole Anger, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke:

„Erstmals bekommen heute diejenigen eine Stimme im Landtag, die tagtägliche viel Kraft aufbringen, um ihre Angehörigen zu pflegen. Mit den steigenden Zahlen an pflegebedürftigen Menschen steigt auch die Zahl der pflegenden Angehörigen. Ca. 80 Prozent der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen betreut. Für die Personen, die diese Care-Arbeit leisten, bedeutet dies Einsatzbereitschaft rund um die Uhr, kein Urlaub, keine Pausen, kein Durchatmen. Neben der Sorge um die pflegebedürftige Person setzt den Betroffenen die eigene Erschöpfung durch diese Dauerbelastung zu.

Es fehlt in Sachsen-Anhalt an Unterstützungsstrukturen für pflegende Angehörige - ehrenamtlich tätige Selbsthilfegruppen und Vereine sind eine wertvolle und unverzichtbare Hilfe, jedoch können sie unmöglich umfassende Unterstützungsstrukturen ersetzen. Den pflegenden Angehörigen muss mehr Wertschätzung entgegengebracht werden. Steigende Bürokratie und fehlenden Pflegelosten, die ihre Arbeit unterstützen können, sind zusätzliche Probleme. Weiterhin benötigt es Übersichten zu den Angeboten rund um die Pflege, aber auch zu freien Kurzzeit- als auch Langzeitpflegeplätzen.

Eine wichtige Forderung der Anzuhörenden heute ist auch die Verbesserung des Entlassmanagement im Krankenhaus. Dies muss verbessert und mit Pflege koordiniert werden, damit die Pflege zu Hause organisiert werden kann. Selbsthilfegruppen sind eine wichtige Säule und Unterstützung der pflegenden Angehörigen. Allerdings gibt es im Land auch weiße Flecken, gerade in der Börde, im Jerichower Land, Salzlandkreis und im Altmarkkreis Salzwedel, wo es keine Unterstützungsnetzwerke gibt.

Die Linke fordert bessere Informationen, Pflegelots:innen, die durch den Pflegedschungel lotsen und dabei helfen, die häusliche Pflege zu organisieren. Dazu gehört auch barrierefreien Wohnraum zu fördern und entsprechende Maßnahmen landesseitig auf den Weg zu bringen. Und es braucht Wertschätzung von pflegenden Angehörigen – durch öffentliche Wahrnehmung und auch zum Beispiel bei der Anerkennung von Pflegeleistungen.“

 

Magdeburg, 6. November 2024