Maßnahmen gegen hohe Sterblichkeit bei Herzerkrankungen
Zu den durch die Landesregierung beschlossenen Maßnahmen gegen hohe Sterblichkeit bei Herzerkrankungen erklärt die Gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Dagmar Zoschke:
Zu den durch die Landesregierung beschlossenen Maßnahmen gegen hohe Sterblichkeit bei Herzerkrankungen erklärt die Gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Dagmar Zoschke:
„Nachdem die Fraktion DIE LINKE bereits ein umfassendes Krebsregister fordert, ist gegen den Aufbau eines umfassenden Herzinfarktregisters in Sachsen-Anhalt zunächst nichts einzuwenden. Das ist eigentlich ein gutes, ein wichtiges Anliegen.
Näher betrachtet stellt sich für uns jedoch die Frage, warum nicht parallel zu den nun geplanten Maßnahmen der Fokus darauf gelegt wird, im Landeshaushalt weitere Mittel bereitzustellen, um die bereits implementierten und bisher erfolgreichen Gesundheitsziele des Landes Sachsen-Anhalt zum Ausbau umfassender Projekte zur Prävention und Gesundheitsförderung, z.B. in Betrieben, zu unterstützen. Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass gerade Herz-Kreislauferkrankungen häufig, wenn auch nicht ausschließlich, in Lebenslagen und Lebensstilen genauso ihre Ursachen haben, wie in Arbeitsbedingungen oder Stressbelastungen. Und gerade deshalb hätte die Landesregierung sich ernsthaft der Frage widmen sollen, warum gerade Sachsen-Anhalt die höchste Sterblichkeit an Herzinfarkten aufweist. Zur Beantwortung dieser Frage bedarf es jedenfalls keines Herzinfarktregisters. Es bedarf neben einer gezielten Prävention vor allem einer Verbesserung von Lebenschancen genauso wie von Lebens- und Arbeitsbedingungen. So aber macht es den Eindruck, dass wieder einmal auf halber Strecke kehrt gemacht wird: Statt die Frage zu stellen, was dazu geführt hat, dass Menschen einen Herzinfarkt bekommen und wie man sie davor besser schützen kann, wird einseitig wieder nur danach gefragt, was man tun kann, um die Erkrankten besser und umfassender zu versorgen. Wie gesagt, gegen verbesserte Diagnostik und Therapie ist erst einmal nichts einzuwenden. Ebenso wichtig ist aber die Verhütung solcher Erkrankungen.
DIE LINKE erwartet deshalb, dass die Landesregierung endlich auch etwas gegen die Ursachen für die hohe Sterblichkeit an Herzinfarkten in Sachsen-Anhalt unternimmt, die mit Sicherheit nicht in fehlender Medizintechnik und mangelnder Datenlage oder einer unzureichenden Ausbildung der Mediziner zu finden ist.“
