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Phantomdiskussion um Vorschuljahr soll von Problemen im Schulsystem ablenken!

Zu den Meldungen über einen Vorstoß von Bildungsministerin Feußner für ein verpflichtendes Vorschuljahr erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecher, Thomas Lippmann:

„Der Vorstoß der Ministerin ist ohne jede Substanz und wird deshalb auch nicht umgesetzt werden. Er dient offenbar dazu, mit dem Finger auf andere zu zeigen und von den eigenen Defiziten in der Schulpolitik abzulenken. Ohne jede fachliche Grundlage behauptet die Ministerin, in einem 0. Schuljahr könnten die Kinder besser auf die Schule vorbereitet werden als im letzten Kindergartenjahr in den Kindertageseinrichtungen. Das ist eine überhebliche Fehleinschätzung und eine Geringschätzung gegenüber den Leistungen der Erzieher*innen.

Natürlich kann man über ein verpflichtendes Vorschuljahr diskutieren, aber doch nicht unter den derzeitigen Bedingungen. Für einen zusätzlichen Schuljahrgang mit fast 20.000 Vorschülerinnen fehlen in den meisten Grundschulen nicht nur die Räume, sondern es fehlen vor allem die zusätzlich benötigten mehr als 1.000 Lehrkräfte. Gleichzeitig will die Ministerin kleine Grundschulen auf dem Land schließen, um Lehrkräfte zu sparen – was für eine widersinnige Debatte.

Sinnvoll und schnell umsetzbar wäre es, im letzten Kindergartenjahr zusätzliches Unterstützungspersonal – insbesondere für die Sprachförderung und den Nachteilsausgleich – einzusetzen, die Zusammenarbeit mit den aufnehmenden Grundschulen verbindlich zu auszugestalten und den Informationsaustausch zwischen Kita und Grundschule zu verbessern.

Vor allem aber kommt es darauf an, die Grundschulen personell in die Lage zu versetzen, mit den unterschiedlichen Voraussetzungen ihrer Schülerinnen und Schüler umgehen und die notwendige Förderung organisieren zu können. Das gelingt dann unzureichend, wenn die Klassen zu groß sind und Förderschullehrkräfte, Sprachlehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen fehlen. Hier gibt es für die Bildungsministerin viel zu tun. Eine Phantomdiskussion über ein verpflichtendes Vorschuljahr braucht dagegen niemand!“